Wie lange Coronaviren auf Flächen überleben:


Coronaviren können bei Raumtemperatur bis zu neun Tage auf Oberflächen wie etwa Türklinken oder Krankenhausnachttischen überleben und infektiös bleiben. Das berichten Forschende aus Greifswald und Bochum und erklären, wie man solche Coronaviren inaktivieren bzw. reduzieren kann.

Wie lange leben Coronaviren auf Oberflächen wie Türklinken oder Krankenhausnachttischen? Mit welchen Mitteln lassen sie sich wirksam abtöten? Forschende aus Greifswald und Bochum haben diejenigen Antworten, die auf gesicherten wissenschaftlichen Fakten basieren, zusammengestellt und veröffentlicht.

Das neuartige Coronavirus (Sars-CoV-2) macht weltweit Schlagzeilen. Da es keine spezifische Therapie dagegen gibt, ist besonders die Vorbeugung gegen Ansteckung bedeutend, um die Krankheitswelle einzudämmen. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreitet sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten, die oft aus Metall oder Kunststoff sind", erklärt Prof. Dr. Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Eike Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hatte er für ein geplantes Fachbuch bereits umfassende Erkenntnisse aus 33 Studien über Coronavirus und deren Inaktivierung zusammengestellt. " In der aktuellen Situation schien es uns das Beste, diese gesicherten wissenschaftlichen Fakten vorab zu veröffentlichen, um alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen", so Eike Steinmann.

Die ausgewerteten Arbeiten, die sich unter anderem mit den Erregern Sars- und Mers-Coronavirus befassen, ergaben zum Beispiel, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben können. Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tage. "Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch", so Prof. Dr. Günter Kampf.

Tests mit verschiedenen Desinfektionslösungen zeigten, dass Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit gegen die Coronaviren gut wirksam sind. Wendet man diese Wirkstoffe in entsprechender Konzentration an, so reduzieren sich die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute um vier sogenannte log-Stufen- also zum Beispiel von einer Million auf nur noch 100 krankmachenden Partikeln. Wenn Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet werden, sollte für das Produkt mindestens eine Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren nachgewiesen sein (" begrenzt viruzid"). " In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren", meint Prof. Dr. Günter Kampf.

Die Experten nehmen an, dass die Ergebnisse aus den Untersuchungen über andere Coronaviren auf das neuartige Virus übertragbar sind. "Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich", sagt Prof. Dr. Eike Steinmann.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum


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